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Gegen das Vergessen: Unser Präsident Lars Bünger im Interview

In einem ausführlichen Gespräch mit «The Philanthropist» spricht unser Gründungsmitglied und Präsident Lars Bünger über die Lage der politischen Gefangenen in Belarus, die Arbeit von Libereco und warum jeder Brief zählt.

Lars Bünger

Lars Bünger

Präsident

Gegen das Vergessen: Unser Präsident Lars Bünger im Interview

Von Freundschaft zur Mission

Was treibt jemanden an, sich über Jahre hinweg für Menschen in einer Diktatur einzusetzen? Für Lars Bünger war es eine persönliche Erfahrung: Bei Reisen nach Belarus und Workcamps lernte er Menschen kennen, die dieselbe Musik hören, dieselbe Kultur teilen – und dennoch riskieren, für ihr Engagement für Demokratie und Menschenrechte im Gefängnis zu landen.

«Das Gefühl, meine Freunde haben Pech, dass sie in einer Diktatur leben und wir Glück, dass wir in einer Demokratie zu Hause sind: Die Erfahrung dieser Ungleichheit hat mich angetrieben.»

Diese Ungleichheit wurde zum Antrieb für die Gründung von Libereco im Jahr 2009. Heute sind fast alle Freunde und Bekannten von Lars aus Belarus entweder im Gefängnis oder im Exil – darunter auch Friedensnobelpreisträger Ales Bialiatski.

Eine Zivilgesellschaft im Exil

Die Situation in Belarus hat sich seit 2020 dramatisch verschärft. Das Regime hat alles zerstört, was es an Opposition, Zivilgesellschaft und freien Medien gab. Alle belarusischen Partnerorganisationen von Libereco müssen heute aus dem Exil arbeiten.

Trotz vereinzelter Freilassungen bleibt die Zahl der politischen Gefangenen erschreckend hoch: Über 1200 Menschen sind derzeit inhaftiert – die Dunkelziffer liegt noch höher. Und selbst nach ihrer Entlassung bleiben ehemalige Gefangene unter ständiger Beobachtung und Bedrohung.

Warum jeder Brief zählt

Können Briefe aus der Schweiz wirklich etwas bewirken? Lars Bünger ist überzeugt davon:

«Jeder Brief, den man schickt, ist wichtig. Denn egal ob jeder einzelne Brief die Gefangenen erreicht: Die belarusischen Behörden nehmen das wahr.»

Wenn die Behörden merken, dass sich Menschen für einen Gefangenen einsetzen, trägt dies zu seinem Schutz bei. Und manchmal erreichen die Briefe tatsächlich ihr Ziel – oder werden den Inhaftierten bei ihrer Entlassung als Stapel überreicht. Diese Zeichen der Solidarität sind eine wichtige moralische Stütze.

Mit über 450 symbolischen Patenschaften europäischer Abgeordneter für politische Gefangene setzt Libereco ein klares Zeichen: Wir vergessen euch nicht!

Mitmachen bei der Briefaktion: So können Sie politische Gefangene unterstützen

Das vollständige Interview von Takashi Sugimoto auf The Philanthropist lesen: «Gegen das Vergessen» – The Philanthropist

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