
Spendenkampagne: Rechtsberatung für politisch Verfolgte sichern
Aufgrund der anhaltenden massiven Verfolgung in Belarus, der transnationalen Repression im Exil und der zunehmend restriktiven Migrationspolitik in Deutschland ist unser Legal Help Team am Limit. Ohne weitere Unterstützung droht ein Beratungsstopp.
Die Probleme von politisch Verfolgten enden nicht mit der Ausreise. Viele Belarus*innen sehen sich im Exil plötzlich anderen, aber ebenso existenziellen Schwierigkeiten gegenüber: komplizierte Visavergabe, ungewisses Asyl, auslaufende Passdokumente, unsicherer Aufenthalt. Das alles ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse und oft ohne zu wissen, wie es weitergeht.
Zugleich verschärft sich die rechtliche Lage für belarusische Geflüchtete immer weiter: Seit September 2023 verweigern sämtliche diplomatischen Vertretungen der Republik Belarus weltweit ihren Staatsangehörigen im Ausland die Ausstellung, den Ersatz oder die Verlängerung von Pässen und sonstigen Urkunden. Insgesamt trifft diese transnationale Repression 26.500 Belarus*innen allein in Deutschland.
Dazu kommen politische Gefangene, die nach ihrer Freilassung gegen ihren Willen und oft ohne jegliche Dokumente in die EU deportiert werden, sowie die faktische Abschaffung humanitärer Visa durch die Bundesregierung. Zudem mehren sich seit Kurzem die Fälle ehemaliger politischer Gefangener, deren Pässe plötzlich vom Regime für ungültig erklärt werden. Asylverfahren und die Ausstellung von Reiseausweisen für Ausländer erfordern zunehmend Aufwand und in jedem Fall eine intensive Begleitung.
Unsere Kapazitäten sind erschöpft
Die Folge: Bereits jetzt bearbeitet unser Legal Help Team mehrere hundert Anfragen pro Jahr – das kleine Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen stößt an seine Grenzen. Zeitgleich werden Fördertöpfe immer kleiner oder brechen ganz weg.
Infolgedessen müssen wir die Annahme neuer Fälle immer häufiger pausieren, unsere Unterstützung zurückfahren – und selbst akute Fälle auf die Warteliste setzen. Damit wir die existenzsichernde Hilfe für die Betroffenen im bisherigen Umfang beibehalten können, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen!
Jetzt spenden
Spendenkonto
Empfänger: Libereco
Bank: Ethikbank
IBAN: DE96 8309 4495 0003 3203 32
BIC: GENO DE F1 ETK
Verwendungszweck: Legal Help
Tausende Belarus*innen haben seit 2020 ihre Freiheit riskiert, um für Demokratie, Menschenrechte und ein Leben in Würde einzutreten. Viele von ihnen bezahlten ihre Entschlossenheit mit jahrelangen Haftstrafen, nicht wenige von ihnen wurden misshandelt oder gefoltert.
Wir haben diese Menschen im Gefängnis nicht allein gelassen und lassen sie nun auch unmittelbar nach ihrer Freiheit nicht allein!
Was dein Beitrag bewegt
- 50 € — eine Erstberatung für politische Verfolgte in Not
- 100 € — Erstellung eines Risikoprofils für die Behörden
- 150 € — Vorbereitung und Antragstellung samt Begleitschreiben für eine*n Betroffene*n
- 250 € — Vorbereitung und Begleitung eines Asylverfahrens
- 500 € — Übernahme von Anwaltskosten in einem Eilfall
Was wir leisten
Mit Legal Help unterhält LIBERECO aktuell die einzige Anlaufstelle in Deutschland, die bundesweit und online belarusischen Geflüchteten mit komplexem aufenthaltsrechtlichem Hintergrund sachkundig und in ihrer Muttersprache hilft. Seit 2021 hat das Team bereits weit über 1.500 politisch verfolgte Belarus*innen in Deutschland und anderen EU-Staaten kostenfrei bei rechtlichen Problemen geholfen. Wir unterstützen in der Muttersprache bei Asylverfahren, humanitären Visa, Reiseausweisen für Ausländer, Aufenthaltserlaubnissen und bei der Kommunikation mit Behörden. In Fällen, in denen ein Anwalt unumgänglich ist, haben wir bisher fast immer auch die Kosten für Fachanwälte übernommen.
Schließlich führt die Flucht vor dem Lukaschenko-Regime ins Exil nicht zu tatsächlicher Sicherheit, solange die Betroffenen weiterhin in einer unsicheren Lebenssituation verbleiben, da ihr aufenthaltsrechtlicher Status noch nicht geregelt ist.