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Geschichten von 5 schwer kranken ukrainischen Frauen in russischer Gefangenschaft

Wie viele ukrainische Frauen sich derzeit in russischen Gefängnissen befinden, ist nicht bekannt. Die Generalstaatsanwaltschaft hat laut eigenen Angaben über 4.000 Fälle illegaler Inhaftierungen eingeleitet - etwa 15.000 Zivilist*innen sind davon betroffen. Doch diese Zahlen spiegeln nicht das wahre Ausmaß russischer Gefangennahme wider.

Kseniia Levadna

Kseniia Levadna

Referentin Öffentlichkeitsarbeit

Geschichten von 5 schwer kranken ukrainischen Frauen in russischer Gefangenschaft

Die Zahl derjenigen, die zurzeit inhaftiert sind, weit weg von ihrem Zuhause, ihren Familien und jeglicher Hoffnung, liegt mutmaßlich höher. Aus diesem Anlass habe ich 5 Geschichten schwer kranker Frauen gesammelt, die aktuell in russischer Haft sitzen.​

Wie kannst du helfen?

Teile ihre Geschichten in den sozialen Medien oder schreibe einer von ihnen eine Postkarte mit aufmunternden Worten. Auf unserer Webseite findest du alle Infos dazu sowie einen Leitfaden, wie du die Zensur passieren kannst. Schicke die Postkarten dann an unsere Büros in Berlin und Zürich, wir leiten sie an die russischen Gefängnisse weiter. Solch eine Postkarte unterstützt die Gefangenen und setzt ein Zeichen an die russischen Behörden und Gefängnisverwaltungen: Ukrainische Frauen, die rechtswidrig zu Jahren in russischer Haft verurteilt wurden, werden nicht vergessen!

Halyna Dowhopola

Halyna Dowhopola ist eine 71-jährige Rentnerin aus Bachtschyssaraj auf der Krim. Seit sieben Jahren befindet sie sich in russischer Gefangenschaft. Laut Besatzungsermittlern soll sie mit dem ukrainischen Militärnachrichtendienst kooperiert und „Informationen über ein separates Fliegerregiment der Schwarzmeerflotte“ gesammelt haben. Sie leidet an multiplen chronischen Erkrankungen, die sich in Haft verschlimmert haben. Wegen starker Rückenschmerzen kann sie kaum noch am Stock gehen.

Iryna Danilovich

Iryna Danilovich ist eine Menschenrechtsaktivistin und Bürgerjournalistin aus Feodossija. Im Jahr 2022 wurde sie auf Grundlage erfundener Anschuldigungen entführt. Sie wird unter schrecklichen Bedingungen in einer Straflagerkolonie in der Stavropol-Region Russlands festgehalten. Im Gefängnis erlitt sie einen Schlaganfall, verlor auf einem Ohr ihr Gehör wegen einer unbehandelten Mittelohrentzündung und leidet unter ständigen Kopfschmerzen sowie Schmerzen bei lauten Geräuschen. Während Transporten ist sie Missbrauch ausgesetzt, muss Wasser trinken, das nach toten Tieren schmeckt, da sich Tierkadaver in der Wasserversorgung befinden, stundenlang im Regen und in der Kälte stehen und bekommt weder ausreichend Essen noch medizinische Versorgung. Danilovich sitzt in einer Baracke für 120 Personen ohne ausreichende Heizung ein: Im Winter friert es, im Sommer ist es unerträglich heiß.

Die Fotos auf dem Poster stammen von den Seiten der NGO ZMINA.

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Lera Dzhemilova

Die 29-jährige Krimtatarin wurde aus ihrer Wohnung entführt und 10 Monate lang in Isolationshaft festgehalten – ohne Kontakt zur Außenwelt und ohne Versorgung ihrer Grundbedürfnisse. Später wurde sie zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Dort erlitt sie ihren ersten epileptischen Anfall. Ohne medizinische Hilfe hat sich ihr Zustand seitdem weiter verschlechtert.

Viktoria Strilets

Bewohnerin des vorübergehend besetzten Sewastopol. Im August 2025 wurde sie zusammen mit ihrer 24-jährigen Tochter wegen Hochverrats zu 12 Jahren Haft verurteilt. Während des Prozesses hatten die Verurteilten keine rechtliche Vertretung und keine Möglichkeit, sich im Verfahren zu äußern. Viktoria leidet seit langem an Multipler Sklerose und benötigt regelmäßige externe Betreuung sowie medizinische Versorgung, erhält aber im Gefängnis keinerlei Behandlung.

Tatyana Malyar (Begey)

Bewohnerin von Jewpatorija, Anfang 2025 entführt. Sie wurde zusammen mit ihren zwei Kindern und ihrem Bruder verhaftet und des Hochverrats beschuldigt. Sie leidet an einer schweren chronischen Nierenerkrankung, die teure Medikamente und Untersuchungen erfordert, um ein Nierenversagen zu verhindern. Das Risiko steigt mit jedem Tag in Gefangenschaft an.

Verfasst von

Kseniia Levadna

Referentin Öffentlichkeitsarbeit

Mit 8 Jahren Erfahrung in der Arbeit mit ukrainischen NGOs im Bereich Menschenrechte, Urbanistik sowie in Bildungs-, Kultur-, Sozial- und Kunstprojekten bringt sie umfassende Expertise in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit.

kseniia.levadna@libereco.org